Newsnational Freitag, 11.12.2009 |  Drucken

Radikale Israelis verwüsten Moschee in Nablus

Israel betrachtet das als schwerwiegenden Vorfall - Chefrabbiner geschockt - Islamische Länder: "Unverhohlener Angriff auf heilige Stätten"

Im Nahen Osten wächst die Angst vor einer neuen Runde gewalttätiger Auseinandersetzungen. Ausgelöst wurde dies durch die Verwüstung einer Moschee im Dorf Yasuf. Die Täter waren am Freitag in das Gebäude eingedrungen, hatten Feuer gelegt und Graffiti auf Hebräisch hinterlassen, in denen gedroht wurde: "Wir verbrennen euch alle."

Nach Angaben von Polizeisprecher Munir Jakub hätten die Siedler außerdem Bücherregale mit dem Koran sowie Gebetsteppiche in Brand gesetzt. Ein Sprecher der israelischen Armee kündigte an, dass die Beschwerde wegen Vandalismus in einer Moschee untersucht werde. Israel betrachte das als schwerwiegenden Vorfall.

Gebetsteppiche und Gebetsbücher wurden verbrannt, an den Wänden waren hebräische Graffiti zu finden. Extremistische Siedler sind wütend über die Pläne der israelischen Regierung, den Siedlungsbau einzuschränken.

Israelische Siedler hatten in letzter Zeit wiederholt Palästinenser und deren Besitz attackiert. Die Angriffe stehen bei ihnen unter dem Motto «Preisschild»-Politik. Auch in der am Freitag angegriffenen Moschee war zu lesen: «Price tag - greetings from Effi» (Preisschild - Grüsse von Effi). Effi ist ein hebräischer Name. Das israelische Militär sprach von einem ernsten Zwischenfall.

Nach Angaben des Polizeisprechers haben israelische Siedler in den vergangenen beiden Wochen mehrfach im Westjordanland randaliert und Schaden angerichtet. Im Dorf Burin bei Nablus haben Siedler nach palästinensischen Angaben die Farm und das Haus einer palästinensischen Familie angezündet. Die Palästinenser glauben, dass sich militante Siedler damit für den auf zehn Monate befristeten Baustopp in jüdischen Siedlungen im Westjordanland rächen.

Der Chefrabbiner in Israel, Jona Metzger, verurteilt den Brandanschlag. "Ich bin geschockt", sagte er. "Brennende Moscheen sind nicht unser Weg, und wir verurteilen das in jeder Beziehung." Andere Rabbiner verurteilten «den Vandalismus, der im Widerspruch zu allen Werten des Judentums steht.

Auch im Ausland löste der Vorgang sorgenvolle Reaktionen aus. In einer Erklärung forderte das amerikanische Außenministerium, dass die Täter gefangen und verurteilt werden müssten. Die Organisation islamischer Länder bewertete den Vorfall als "unverhohlenen Angriff auf heilige Stätten" und forderte die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf, "um Israel dazu zu bringen, die Angriffe einzustellen"

Muhammad
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