Leserbriefe Montag, 17.05.2010 |  Drucken

Leserbriefe



Mimoun Naji schrieb:
"Zusammensetzung der Konferenz ist meiner Meinung nach eine Zumutung für alle praktizierenden Muslime"


Ich will den ZDM loben und ihm meinen Respekt zollen, da er sich aus der Islamkonferenz zurückgezogen hat, und hoffe das er sich nicht unter dem Druck der Medien umstimmen lässt! Dass die Konferenz nur eine Scheinveranstaltung ist, hat sich in den letzten Jahren schon klar abgezeichnet. Allein die Zusammensetzung der Konferenz ist meiner Meinung nach eine Zumutung für alle "praktizierenden" Muslime. Ich finde es unerhört, dass der Staat offensichtliche Nichtmuslime(islamfeindliche Atheisten/Christen) auf die Seite der Muslime setzt und dann von Dialog spricht. Wenn Muslime selbst nicht gleichberechtigt in der Anzahl der Vertreter teilnehmen dürfen, dann ist das nichts als ein Diktat und hat eher mit Monolog und Forderungen zu tun, einseitig zum Nachteil der Muslime. Ich selbst, als marokkanisch stämmiger Deutscher, verstehe auch nicht warum sich der Dachverband der marokkanischen Vereine von De Maiziere vereinnahmen lässt und anbiedert. Stattdessen sollten die ethnischen Verbände egal ob bosnisch, marokkanisch oder andere in den Zentralrat der Muslime eintreten und gemeinsam als ein Sprachrohr der Muslime wirken.

Der ZDM hat weitaus mehr Erfahrung und Kompetenz im Austausch mit dem Staat und der nicht-islamischen Öffentlichkeit. Stattdessen müssen die staatlich gesteuerten Marokkaner und Türken als Feigenblatt für ein Theater herhalten, und werden erst in einigen Jahren merken, dass Sie dabei absolut nichts erreicht haben. "Hauptsache man redet mit uns", ist keine Ankernennung, sondern Tolerierung. Dem Ego und der Eitelkeit mancher Funktionäre schmeichelt es, wenn Minister und hohe Beamte mit ihnen reden, da kommt es dann nicht darauf an was, und mit welchem Hintergedanken. Traurig.Dass der Islam als "Ausländerreligion" von de Maizaire gesehen wird und nicht wie vorher Herrn Schäuble als Teil Deutschlands, ist jetzt auch klar!

Ein letztes Wort für uns Muslime. Wir sollten uns darauf konzentrieren den Islam unseren Kindern, Brüdern und Schwestern zu vermitteln. Eigene Medien, Moscheen, Veranstaltungen aufzubauen, damit der Islam weiter wächst.
Letztendlich braucht der Staat uns Muslime mehr als umgekehrt. Im Notfall sollten wir unsere Rechte auch einklagen und versuchen juristisch die Religionsfreiheit (die oft so gepredigt wird) zu erlangen. Dass die Milli Görus verteufelt wird ist im übrigen nur der Anfang. Wenn die Muslime nicht zusammenhalten dann wird ein "muslimischer" Verband nach dem anderen verleugnet oder gar verboten. Nach dem Motto "teile und herrsche". Deshalb nochmal ein Kompliment für die intelligente und weise Entscheidung, bei dem Spiel nicht mitzumachen!

Bezogen auf: Zentralrat der Muslime wird an der Islamkonferenz des Innenministeriums nicht teilnehmen
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