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Leserbriefe

Montag, 16.08.2010



Ludwig Meier schrieb:
"Auseinandersetzungen zwischen den Taliban und den USA immer wieder zu Lasten der Zivilbevölkerung"

Es zeigt sich zunehmend, daß der Einmarsch amerikanischer Truppen sowie Truppen der Verbündeten der USA ein großer Fehler war, der den Menschen in Afghanistan offenbar nicht wirklich viel gebracht hat. Angetreten sind die Invasoren mit dem scheinbar guten Vorsatz, die Menschen in Afghanistan von den Taliban (die letztlich auch nichts anderes als Besatzer waren) zu befreien und natürlich einen Schlag gegen den internationalen Terrorismus zu führen. Tatsächlich mag es zwar sein, daß die Menschen in Afghanistan irgendeine Form von Freiheit bekommen haben. Sie haben aber auch Tod und Leid bekommen.
Nicht daß es mich stören würde, wenn US-Truppen Taliban-Kämpfer (die letztlich in Afghanistan auch nur Eindringlinge sind) jagen und töten. Dummerweise gehen aber die Auseinandersetzungen zwischen den Taliban und den USA (und ihren Verbündeten) immer wieder zu Lasten der Zivilbevölkerung. Was bringt es den Befreiten Afghanen, wenn sie getötet oder verletzt werden?
Interessant ist allerdings auch, daß Pakistan einerseits Verbündeter der USA gegen die Taliban ist, aber andererseits der pakistanische Geheimdienst offenbar die Taliban unterstützt.
Für mich ist eines klar: Einen Krieg im herkömmlichen Sinne gegen fanatische Terroristen zu führen scheint eher sinnlos zu sein. Es finden sich immer welche, die die Terroristen aus welchen Gründen auch immer unterstützen. Im Falle Pakistans mag es z.B. um die Vorherrschaft in der Region gehen.
Das ist eben auch verlockender, als sich an Indien anzunähern und eben keine Vorherrschaft anzustreben, sondern Gemeinschaft. Religion ist eben immer wieder ein guter Motor, um seine persönlichen Machtbegierden voranzubringen.
Aber vergessen wir nicht, wer die Taliban einst stark gemacht hat, als sie noch gegen die damalige UdSSR gekämpft haben. Verlierer war schon damals und ist auch heute wieder das afghanische Volk.