Newsnational Dienstag, 17.08.2010 |  Drucken


Eine gute Tat im Ramadan - Muslimische Hilforgansiationen bitten um Spenden

Die Jahrtausendflut

Pakistan: 20 Millionen Menschen ohne Obdach - Hungerkatastrophe droht - Opfer flehen um Hilfe – Wie kann man helfen?

Die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan dürfen nicht in Stich gelassen werden. Die Zwischenbilanz der offiziellen Stellen in Pakistan ist dramatisch: nahezu 1500 Tote, 20 Millionen Menschen ohne Obdach und Milliardenschäden für das Land. In dieser Notlage sei Pakistan auf ausländische Unterstützung angewiesen, sagte der Pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte in Berlin mit Sorge und Anteilnahme auf die Jahrhundertflut und rief die Deutschen zum Spenden auf.

Verschiedene islamische Hilfsorganisationen haben bereits mit Hilfstransporte begonnen bzw. konkrete Einsätze vor, wie das Hilfswerk Islamic Relief oder Muslime Helfen (siehe Links). Sie bitten auch vor dem Hintergrund des Heiligen Monats Ramadan, wo die Muslime besonders großzügig sein sollen, um Spenden und Hilfe.

Auch die Grünhelme werden in Kürze in Richtung Pakistan aufbrechen und voraussichtlich beim Aufbau eines Flüchtlingscamps helfen. „Muslime und Christen wissen am besten, dass - wenn Menschen in Not sind - sie nicht als Muslime, Hindus oder Christen in Not geraten, sondern als Menschen, oder religiös gesagt: als Kinder Gottes“, sagte der Grünhelm-Chef Rupert Neudeck heute in Köln eindringlich und appellierte dabei an die Spendenbereitschaft der Deutschen.

Wiederaufbau kostet etwa 15 Mrd - Naturkatastropge nie da gewesenen Ausmaßes

Der Wiederaufbau Pakistans könnte Sachverständigen zufolge bis zu 15 Mrd. Dollar kosten. Das sei bislang nur eine grobe Schätzung, sagte Pakistans Hochkommissar (Botschafter) in Großbritannien, Wajid Shamsul Hasan am Montag. Schließlich seien viele Schäden noch nicht einmal bekannt. 20 Millionen Menschen des Landes mit seinen 170 Millionen Einwohnern sind oder Dach über den Kopf. Zahllose Straßen und Brücken seien weggeschwemmt, Telekommunikationsleitungen zerstört, Ernten für die Nahrungsmittelversorgung und den Export sowie Baumwolle für die wichtige Textilindustrie vernichtet. Der Wiederaufbau werde mindestens fünf Jahre dauern.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich schockiert vom Ausmaß der Hochwasserkatastrophe. «Ich habe in der Vergangenheit schon viele Naturkatastrophen auf der Welt gesehen, aber keine wie diese hier», sagte der Chef der Vereinten Nationen nach einem Besuch des Katastrophengebiets. Er rief die internationale Gemeinschaft zu verstärkter Hilfe auf.

Die Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, rief nachdrücklich zu Spenden für die Flutopfer auf. Die Helfer klagen, die Deutschen seien zu zurückhaltend. Es sei eine «humanitäre Pflicht, Pakistan zu helfen», sagte sie der «Berliner Zeitung».
Die Bereitschaft, für das vom Hochwasser betroffene Pakistan zu Spenden, ist nach Darstellung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) jedoch inzwischen gewachsen. Zunächst habe es große Zurückhaltung in Deutschland gegeben, seit Montag habe sich das Blatt aber gewendet, sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Wir können für uns und den Roten Halbmond garantieren, dass das Geld bei den Opfern ankommt", betonte Seiters.



Lesen Sie dazu auch:
Notfall Pakistan: Muslime Helfen
Islamic Relief: Notfallfonds für Opfer
Roter Halbmond/Deutsches Rotes Kreuz: Pakistanhilfe
Welthungerhilfe für Pakistan

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