Newsnational Donnerstag, 13.09.2012 |  Drucken

Zentralrat verurteilt Angriff auf deutsche Botschaft und ruft Muslime zur Besinnung auf – Lob für Worte des Außenmisters

Zu Übergriffen auf die deutsche Botschaft in Sudan, den Eskalationen in Teilen der arabischen Welt, so wie das Attentant auf den US-Botschafter in Libyen

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) verurteilt den Angriff auf die deutsche Botschaft in Sudan auf das Schärfste. Es gibt dafür keine Rechtfertigung in der Religion. „Wir erwarten von der sudanesischen Regierung, dass sie schnellstmöglich für die Wiederherstellung der Integrität der deutschen Botschaft sorgt“, sagte heute der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland Aiman Mazyek in Köln.

Auch die anderen gewaltsamen Ausschreitungen in Teilen der islamischen Welt sind nicht zu rechtfertigen. Die Randalierer verteidigten damit „in keiner Weise die Ehre des Propheten, denn dieser hat stets mit Weisheit und schöner Ermahnung auf Schmähungen und Beleidigungen reagiert“, so Aiman Mazyek weiter.

Er verurteilte das Schmähvideo als einen “gezielten Versuch Hass und Zwietracht unter den Völkern zu sähen und die Würde der Muslime zu verletzen“. Mazyek begrüßte die deutliche Kritik an dem Schmuddelwerk durch den deutschen Außenminister Guido Westerwelle: „Seine Worte tragen sicherlich zur Deeskalation der Lage bei und geben den muslimischen Bürgern in Deutschland das Gefühl, von der Politik verstanden zu werden“.

Das Schmähvideo wird instrumentalisiert von Extremisten hüben wie drüben. Das Ziel ist die jungen Demokratie kaputt zu machen und ein Angriff auf Freiheit und Menschenrechte. "Diese Anschläge nutzen den alten Diktatoren, die die jungen Demokratien destabilisieren wollen. Auch Terrorgruppen versuchen einen Zustand von Unsicherheit und Hass zurück zu bomben. Denn Verängstigung ist der beste Nährboden für extreme Positionen“, so Mazyek weiter.

Bereits am vergangenen Donnerstag hat der Zentralrat der Muslime den tödlichen Angriff auf Amerikas Botschafter und Angehörige der Botschaft in Libyen aufs Schärfste verurteilt (s.dpa-Interview folgend).


13.09.12 Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat den tödlichen Angriff auf Amerikas Botschafter in Libyen scharf verurteilt. „Wir verurteilen aufs Schärfste den gezielten Anschlag auf den amerikanischen Botschafter, der sich selbst für die Freiheit des Landes eingesetzt hatte. Wer hinter diesem Anschlag steckt, will die Freiheit des Landes zerstören“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek der Nachrichtenagentur dpa am heutigen Donnerstag. Die Täter verteidigten damit „in keinster Weise die Ehre des Propheten“. Der US-Botschafter Chris Stevens galt als einer der frühesten Unterstützer im Freiheitskampf gegen den Diktator Gaddafi, noch lange bevor dieser gestürzt wurde.

Ein low-budget Video, in dem der Hauptdarsteller einen Mörder, Kinderschänder und Frauenheld spielt, soll nach dem Willen der Produzenten den Propheten Muhammad darstellen. „Der Film hat offensichtlich eine reine Provokation und Eskalation zum Ziel“, sagte Mazyek in Köln. „Aber der Versuch ist so schlecht gemacht, dass ich persönlich niemals den geehrten Propheten Muhammad wiedererkenne.“

Der Zentralrat der Muslime gab zudem zu bedenken: „Wem nutzen dieser gezielte Anschlag auf den amerikanischen Botschafter oder die Unruhen in Kairo - doch nur den übrig gebliebenen Diktatoren, die sagen: „Seht her, was passiert, wenn wir weg sind“.“ In der Vergangenheit hatte unter anderem das Regime in Syrien in seinen Medien immer wieder Kampagnen gestartet, welche den Widerstand in Syrien als Terror denunzierten und vor der Übernahme des Landes durch Al-Kaida Terroristen warnten.






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