Newsnational Freitag, 14.07.2017 |  Drucken

ZMD- Projekt „Jumu“ Vorbild für Europa

„Freedom of Religion“ in Amsterdam - Erweitertung des jüdisch-muslimischen Begegnungsprojektes (Jumu) in die Nachbarstaaten Deutschlands - ZMD Vorstandsmitglied Hamza Wördemann: „Wir können viel voneinander lernen"

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat das Projekt „Jumu“ initiiert. Nach dem grossen Erfolg dieses Jumu – Projektes in Ost- und Westdeutschland ist eine Ausweitung auf die europäischen Nachbarländer Frankreich, Belgien und die Niederlande geplant.

„Wir können viel voneinander lernen“, fasste Geschäftsführer Hamza Wördemann die Gespräche mit Vertretern befreundeter Organisationen aus England und Belgien zusammen. Mehr als 50 Experten aus Großbritannien, Schweden, Belgien, Deutschland, Österreich und den Niederlanden trafen sich am 05.07.2017 zur „Freedom of Religion“ in Amsterdam, um über die aktuellen Herausforderungen christlicher, jüdischer und muslimischer Organisationen zu beraten.

Konkrete Strategien zum Ausbau und zur Stabilisierung bestehender Koalitionen standen im Mittelpunkt der zweitägigen Konferenz. Tom Wolff, Experte vom „Office for Democratic Institutions and Human Rights“ (ODIR) hat viele Erfahrungen, wenn es darum geht, Koalitionen zu schmieden. Sein Workshop erklärte, warum Networking alleine nicht ausreicht und wie man Koalitionen zur Durchsetzung gemeinsamer Interessen am besten zum Erfolg führt. Shimon Cohen, Direktor der Organisation Shechita, informierte über die Zusammenarbeit jüdischer und muslimischer Organisationen beim Thema Schlachten in Großbritannien.

„Frauen müssen die Freiheit haben, selber zu entscheiden“, forderte Julie Pacoet, Senior Advocay Oficer beim “European Network Against Racism”. Sie müssen die Freiheit haben, selber zu entscheiden, welche Religion sie leben möchten und welche Kleidung sie tragen möchten. Deshalb ist es nur logisch, dass in ihrem Heimatland Belgien feministische und muslimische Organisationen zusammenarbeiten.

Hamza Wördemann, Vorstandsmitglied des Zentralrates der Muslime, berichtete über die Aktivitäten seiner Religionsgemeinschaft im Themenbereich Antisemitismus-Bekämpfung, Prävention, Sozialarbeit, Flüchtlingshilfe und Beschneidungsdebatte. Er warb für noch mehr Zusammenarbeit im Bereich der Jugendarbeit.

Das „Jumu-Projekt“ verfolgt einen erlebnispädagogischen Ansatz, um Jugendliche verschiedener Religionen zusammenzubringen. Die Idee zum Projekt kam, als im Jahr 2010 wegen der „Beschneidungsdebatte“ die Zusammenarbeit zwischen jüdischen und muslimischen Organisationen vertieft wurde.




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