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Mittwoch, 22.11.2017

Erstmals Präsidentin in Singapur

Muslimische Minderheit der Malaien stellen Halimah Yacob als Staatsoberhaupt - alle ethnischen Gruppen im Zyklus stellen Präsidenten oder diesmal Präsidentin

SINGAPUR: Der südostasiatische Stadtstaat Singapur hat erstmals eine Präsidentin. Die bisherige Parlamentspräsidentin Halimah Yacob (63) wurde am Mittwoch zum neuen Staatsoberhaupt ernannt.

Damit repräsentiert Halimah, 63, nicht nur Frauen in Singapurs politischer Elite, sondern auch die malaysische Minderheit. Seit der Unabhängigkeit Singapurs 1965 ist Halimah die erste Präsidentin mit malaysischen Wurzeln. Aufgrund der heterogenen Bevölkerung Singapurs wurde bereits zu Beginn der Staatsgründung vorgesehen, dass alle Bevölkerungsschichten gleiche Rechte erhalten.

So gibt es in Singapur beispielsweise nicht eine sondern vier Amtssprachen: Englisch, Chinesisch (Mandarin), Tamil und Malaiisch. Dennoch: Chinesen stellen mit 74,1% die weitaus größte Bevölkerungsgruppe Singapurs, gefolgt von Malaien mit 13,4% und Indern mit 9,2%. Für die Wahl zum Präsidialamt ist vorgeschrieben, dass alle ethnischen Gruppen in regelmäßigen Zyklen repräsentiert werden müssen.

Die Idee ist einfach: Aufgrund ihres wesentlich geringeren Bevölkerungsanteils haben es Malaien sowie Inder im Vergleich zu ihren chinesischen Mitbürger*innen deutlich schwerer, ein wichtiges politisches Amt einzunehmen. Dementsprechend werden in Singapur regelmäßig Posten für bestimmte Bevölkerungsgruppen reserviert; so auch im Fall Halimah Yacobs.