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Montag, 27.04.2020

UN: Corona-Krise schürt Hass gegen Religionen und Minderheiten

Die Vereinten Nationen warnen davor, die Corona-Pandemie für wirtschaftliche und politische Interessen zu missbrauchen und Religionen oder Ethnien zu stigmatisieren

Genf - "Ich appelliere an Staaten, Glaubensführer, Zivilgesellschaft, Medien und die Öffentlichkeit, sich gegen Hass und Ausgrenzung zu wenden", sagte der UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Glaubensfreiheit, Ahmed Shaheed, am Mittwoch in Genf. Stattdessen forderte er Hilfe und Solidarität für jene, die in dieser schwierigen Zeit zu Opfern werden könnten.

In vielen Ländern habe die Pandemie zu einem Aufflammen religiöser Intoleranz geführt, so der UN-Experte. Er sei "alarmiert" angesichts der Tendenz, etwa Christen, Juden oder Muslime zu "Sündenböcken" für die Verbreitung von Corona zu machen. Das gelte auch für Migranten, Geflüchtete und Asylsuchende. Doch seien die Staaten verpflichtet, jede Anstiftung zu Hass oder Gewalt aufgrund religiöser oder ethnischer Identität einzudämmen.

Die Betroffenen seien verbalen und physischen Angriffen, Morddrohungen sowie der Verweigerung lebenswichtiger Gesundheitsversorgung ausgesetzt. "Um Desinformation zu bekämpfen, ist es wichtig, dass die Staaten wirksame Strategien und Kommunikationskanäle festlegen, um der Öffentlichkeit genaue und zuverlässige Informationen zu liefern", so der Experte.

Solidarität unter Menschen aller Glaubensrichtungen sei noch nie so wichtig gewesen, betonte Shaheed. Nicht alle Religionen oder Personen in prekären Bedingungen hätten Zugang zu Informationen zur Corona-Prävention, mahnte der UN-Sonderberichterstatter. Dafür müssten sich sowohl die Zivilgesellschaft wie auch religiöse Organisationen einsetzen.