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Freitag, 01.05.2020

Italiens Muslime kritisieren Regierung - "Werden nicht angehört"

Die Islamische Gemeinde Italiens fühlt sich von der Regierung in Sachen Corona-Krise übergangen.

Rom - "Ministerpräsident Giuseppe Conte hat mit den katholischen Bischöfen über eine Lockerung des Gottesdienstverbots gesprochen. Aber wir wurden überhaupt nicht angehört", sagte der Vorsitzende Imam Yahya Pallavicini der Zeitung "La Repubblica" (Mittwoch).




Es sei völlig unklar, wann die Moscheen nach dem Lockdown wieder geöffnet werden könnten. Wegen des aktuellen Fastenmonats Ramadan hoffe man auf eine schnelle Lösung vor dem 22. Mai - also vor dem traditionellen Fastenbrechen. Er erwarte nicht, dass Conte über sämtliche Details des islamischen Glaubenslebens Bescheid wisse, so Pallavicini. Aber als italienischer Staatsbürger verlange er, dass der Regierungschef "wenigstens zuhört". Die Muslime seien bereit zum Dialog. "Wir warten nur auf ein Signal."

Er halte es für unzulässig, religiöse Aktivitäten im Vergleich zum Neustart der Wirtschaft hintanzustellen. Laut Schätzungen leben in dem Land, das von der Corona-Krise besonders betroffen ist, etwa zwei Millionen Muslime.