Fußball-WM 2006: „Zu Gast bei Freunden“ – Wären doch die Muslime hierzulande Gäste geblieben - Kommentar
Saudische Fußballnationalmannschaft zu Gast in Bad Nauheim - Separater Gebetsraum inklusive
Gesinnungstests für einbürgerungswillige Muslime in Baden-Württemberg, neue restriktive Sicherheitsbestimmungen gegen Ausländer in Deutschland, Folterentführungen von deutschem Boden aus in diktatorische Länder, bundesweite Raster-Fahndungen, Kopftuchverbotsgesetze, Moscheebau-Verbotsentscheidungen, landesweite Schächtverbote usw. Muslime haben - salopp ausgedrückt - in Deutschland z.Z. nichts „zu kamellen“.
Mit ehrfürchtigen Blick und fast „ungläubig“ blicken sie derweil der Fußballweltmeisterschaft entgegen, die mit dem vielversprechenden Motto aufwartet: „Deutschland – Zu Gast bei Freunden“. Und eine teuer aufgemotzte Medienkampagne lässt Deutsche unterschiedlicher Herkünfte und Kulturen via TV den Satz: Du bist Deutschland“ in die die deutschen Wohnzimmer scheinen und den Eindruck vermitteln, wie tolerant wir doch sind.
Szenenwechsel (gleiches Land): Die saudiarabische Fußballnationalmannschaft wird während der Weltmeisterschaft im Bad Nauheimer Hotel Dolce wohnen.
Bad Nauheim steht jetzt im Rampenlicht. Bürgermeister Konrad Dörner (CDU) hat Großes vor mit der muslimischen Delegation aus dem Wüstenland: Schöne Suiten mit Blick auf den Kurpark. Dort könnten die Spieler sich zum Beispiel morgens warm joggen. "Gastfreundschaft ist das Grundprinzip der arabischen Welt.“ Man will nun gleich ziehen, sozusagen auf gleicher Augenhöhe: „Die Welt zu Gast bei Freunden“ – auf Zeit.
Man wird arabisch sprechendes Personal einstellen, etwa einen "Liaison Manager", der sich ausschließlich um die Wünsche der Sportler kümmert. Ob die Zimmermädchen jetzt auch eine Kopfbedeckung bekommen?
Die saudische Delegation wünscht sich ein separates Stockwerk und einen Gebetsraum mit östlicher Ausrichtung nach Mekka für die fünf Gebete am Tag. Alles im Handumdrehen geregelt.
Nur so am Rande: Ein Traum deutsch-muslimischer Studenten an vielen Unis, die z.T. Jahrzehnte auf eine Genehmigung für einen Gebetsraum im unterem Kellergewölbe der Uni-Bibliothek warten. Vielleicht sollten sie in Zukunft die Hotels aufsuchen.
Weiter geht es im fußballweltmeisterlichen Gästeservice: Der Weckruf von der Rezeption zu den Gebetszeiten ersetzt den Muezzin. Alkoholische Getränke sollen aus den Minibars der Zimmer entfernt werden. Natürlich dürfe auch kein Schweinefleisch im Essen sein. Aber die Spieler brächten ohnehin ihren eigenen Koch mit und das Fleisch wird gemäß den muslimischen Bestimmungen „halal“ geschlachtet. Und die Bibel im Nachttisch könne ja gegen einen Koran ausgetauscht werden – Die Welt zu Gast bei Freunden!“ Man weiß Bescheid als Freund.
Ach, wären doch die Muslime in Deutschland Gäste geblieben – am besten Gäste und Fußballprofis zugleich und obendrein aus schwerreichen Ländern – wie gut würden sich unsere Freunde um uns kümmern? Unwesentlich die deutschstämmigen Muslime, die könnten ja zur Not ins Heilige Land auswandern. (Aiman Mazyek)
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