Newsinternational Mittwoch, 04.07.2007 |  Drucken

Terroristen sind "Feinde von uns allen"

Britische Muslime verurteilen Anschläge

Führende britische Muslime haben die versuchten Terroranschläge von London und Glasgow verurteilt. "Es ist absolut klar, dass die, die unschuldige Menschen töten oder verstümmeln wollen, Feinde von uns allen sind", sagte der Generalsekretär des Dachverbandes muslimischer Organisationen in Großbritannien (Muslim Council of Britain), Muhammad Abdul Bari, am Dienstag in London. Zugleich rief er die Gläubigen auf, "jede Unterstützung" zu geben, um Terrorismus zu verhindern. Es sei nicht nur die "Pflicht des Islams", solche grausamen Attacken zu verurteilen, sondern auch zu helfen, Terroranschläge zu verhindern.

Auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich reagierte auf die Anschläge: "Von muslimischer Seite bedarf es mehr als lediglich einer scharfen Verurteilung der terroristischen Aktivitäten, die in Großbritannien aufgedeckt wurden", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme . "Längst haben Muslime formuliert, dass bei jeglichem Verdachtsmoment direkt mit zuständigen Behörden Kontakt aufzunehmen sei - und nicht erst nach einer internen Beratung."

Die klare Distanzierung von "menschenverachtendem Terror" sollte nach "leider immer wieder notwendigen Stellungnahmen" inzwischen auch von der Öffentlichkeit als selbstverständlich betrachtet werden.

Reflexion von muslimischer Seite sei jetzt ebenso gefragt wie die Formulierung praktischer Konsequenzen, betonte die Medienreferentin der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Carla Amina Baghajati.

Unter Hinweis auf die "erschütternde Tatsache", dass Ärzte in die Terroraktionen verwickelt scheinen, unterstrich Baghajati das "Ausmaß der Gefährlichkeit fanatischer Indoktrination". Dies sollte auch die muslimische Basis "noch stärker als bisher motivieren, sich nicht nur gegenüber Nichtmuslimen im Sinne der Aufklärung pointiert gegen Terror als im krassen Widerspruch zu den Geboten des Islam zu positionieren".

Zudem warnte Baghajati vor "Islamfeindlichkeit", weil diese Extremisten in die Hände spiele. Die Gesellschaft brauche gerade jetzt die Solidarität eines einigenden "Wir-Gefühls" und nicht die pauschalierende Abgrenzung vor "den Muslimen". "Extremisten käme nichts so gelegen, wie eine Betonierung jenes falschen Bildes, das den Islam als 'im Gegensatz zum Westen' sehen will", so Baghajati.(dpa)




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