Newsinternational Mittwoch, 18.04.2018 |  Drucken

Deutsches Islamforum: 40 Anschläge auf Moscheen in 2018

Das Deutsche Islamforum hat die seit Monaten anhaltenden Anschläge auf Moscheen in Deutschland als "erschreckend" bezeichnet. Seit Jahresbeginn habe es bereits 40 Angriffe auf Moscheen gegeben.

Der Sprecher des Forums, Jürgen Micksch, sagte am Dienstag in Frankfurt vor Journalisten. "Ziel der Täter ist es, Angst unter Muslimen zu verbreiten - und tatsächlich verbreitet sich diese Angst auch", so Micksch.

Nur bei wenigen Anschlägen - deren Täterschaft zu einem großen Teil noch nicht aufgeklärt ist - habe es "Signale der Solidarität" aus der Gesamtgesellschaft gegeben, kritisierte Micksch. Gewalttäter dürften aber nicht den Eindruck haben, dass ihre Anschläge von einer schweigenden Mehrheit unterstützt würden. Dies wäre "fast schon ein Erfolgsbeweis für die Täter", so Micksch zum Abschluss der 34. Tagung des Islamforums. Darin arbeiten Vertreter der muslimischen und nichtmuslimischen Gesellschaft seit 16 Jahren zusammen.

Der frühere Grünen-Abgeordnete Volker Beck, der an der Tagung teilnahm, sagte: "Ganz egal, welches Gotteshaus angegriffen wird, ob Moschee, Synagoge oder Kirche: Das ist nie reine Sachbeschädigung. Man will immer die Gemeinde der Gläubigen in Angst und Schrecken versetzen." Der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), Bekir Altas, sagte, er habe zuletzt erlebt, wie gerade Kinder in Moscheegemeinden entsetzt auf dortige Hakenkreuz-Schmierereien reagiert hätten. Manche hätten gefragt: "Werden wir auch bald in ein KZ gesteckt?" Andere muslimische Vertreter berichteten, dass kopftuchtragende Frauen auf den Straßen zunehmend "Feindschaft erfahren" würden.

Micksch sagte weiter, die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) aufgestellte Behauptung, wonach der Islam nicht zu Deutschland gehöre, sei in einer Hinsicht richtig: "Judentum, Christentum und Islam sind Weltreligionen, die keinem Land gehören". Die meisten Menschen hätten jedoch verstanden, dass "Muslime zur Normalität in Deutschland gehören".




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