Newsnational Montag, 21.01.2008 |  Drucken


Humor statt Agitation: Kölner Karneval und der Moscheebau - Rosenmontagszug wirbt für Integration

Oberbürgermeister Fritz Schramma, Zugleiter Christoph Kuckelkorn und der Geschäftsführer der DITIB Mehmet Yildirim präsentieren die Ausrufezeichen-Wagen: "Die (Kirche) Moschee im Dorf lassen"

"Über kein Thema wurde im vergangenen Jahr soviel geredet, wie über die Moschee," dessen ist sich Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma, aber auch das Festkomitee des Kölner Karnevals bewusst. "Wir hatten zu diesem Thema die meisten Zeichnungen", so der Zugleiter des Rosenmontagszuges Christoph Kuckelkorn und gerade deswegen wird es auch zwei ganz besondere Festwagen im Rosenmontagszug geben, die sich mit diesem Thema beschäftigen: Die "Ausrufezeichen-Wagen".

"Die Ausrufezeichen-Wagen sind für uns sehr wichtig", so Kuckelkorn weiter. So soll der Wagen "Die (Kirche) Moschee im Dorf lassen" dazu auffordern, das Bauvorhaben in Ehrenfeld sachlicher und gelassener zu diskutieren. "Wir möchten zeigen, dass es Ängste gibt, die ernst genommen werden müssen. Andere diese Ängste aber missbrauchen", erklärt Kuckelkorn.

Auf dem Festwagen ist das kölsche Hänneschen zu sehen, das schon völlig erschreckt ist angesichts des Zerrbildes, welches ein Politiker auf seiner Staffelei zeichnet. Um welche politische Partei es sich dabei handeln soll, ist unschwer an dem Parteiprogramm zu erkennen, das aus der Hosentasche des Zeichners ragt. Im Hintergrund ist das wahre Bild der Moschee zu sehen: Ein klarer und gut proportionierter Bau, dessen Minarette doch ein ganzes Stück kleiner sind, als der Colonius und der Kölner Dom. Auf dem Wagen fahren Vertreter der KKG Fidele Zunftbrüder von 1919 e.V. mit und auch ein Vertreter der DITIB ist mit dabei.

Auf dem zweiten Wagen, der sich mit dem Thema Moschee beschäftigt, ist zu lesen "Die kölsche Lösung – en neue Kulturkamell". Und wie diese kölsche Lösung aussehen könnte: Das zweite Minarett wird einfach ein Turm des Kölner Doms. Mit den Ausrufezeichen-Wagen sollen Integrationswillen und -bereitschaft ausgedrückt werden, und auch dazu auffordern, sich nicht von Agitatoren aufhetzen zu lassen. Neben den Mitgliedern der jeweiligen Karnevals-Gesellschaften werfen auch Vertreter der Muslime von den beiden Motto-Wagen herab "Kamelle und Strüßjer" unters närrische Volk.



Lesen Sie dazu auch:
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